Zur Geschichte der Worldline SRL

Ich bin Heino Kirschke, seit Dezember 04 in Paraguay und Mitbegruender der Firma (4/05)

Nun hatte ich bei meiner Planung fuer ein Leben in diesem Lande wahrlich nicht an Aktivitaeten in diesem Metier gedacht. Eher schon an ein Leben als Berater bei Existenz- und Firmengruendungen fuer Neuansiedler hier im Lande ( natuerlich nach einer Zeit des gruendlichen Studiums von " Know How " vor Ort ), da ich eine derartige Taetigkeit mit recht gutem Erfolg bereits einige Jahre in Spanien ausgeuebt habe.

Nur- wie kommunizierte damals ein germanischer Neuparaguayer mit Europa ?

Telefon ging gar nicht. Weil ich erstens keins hatte, zweitens auch in absehbarer Zeit keins bekommen wuerde ( mir wurde von dem Copacomanager gesagt : der Antrag braucht Jahre, und sie koennen auch ueberhaupt erst einen Antrag stellen, wenn sie ihre "Celdular" haben, was auch wieder Jahre dauern kann - also vergessen sie es besser ). Und die Gespraechsminute nach Europa aus einer privaten Telefonzelle  war  nicht eimal fuer Schnellredner bezahlbar . (Damals zwischen 7000Gs und 8000Gs das Minuetchen).                                                                                                    Mein lieber Auerhahn - ein runder Euro pro Minute - und dabei bin ich nicht einmal so ein begnadeter Turboquatscher wie Eddy Murphy . Ging also nicht.

Internet konnte ich einfacher und schneller erhalten, wenn auch nur mit lahmem 64er- "Wireless" und Mamutantenne. Aber immerhin. Zur jener Zeit gab es allerdings noch kein Skype ( oder zumindest wusste ich nichts davon ) und auch kein anderes Internet -Sprachmedium. Jedoch hatte ich vor meiner Ankunft bereits in Spanien ein wenig mit VoIP experimentiert, und so gelang es mir ( unter Mithilfe eines paraguayischen Informatikprofessors der katolischen Universitaet ) eine erste Voipverbindung herzustellen.

Grausame Sprachqualitaet, staendig abreissende Verbindungen - aber egal- es hat erstmal funktioniert !                                                                                                Der Prof ist heute kein Prof mehr, sondern mein Partner in der VoIP Firma Worldline, welche wir zusammen im April 2005 gegruendet haben.

Happy End --- nein, noch nicht !

Die halbstaatliche Telefongesellschaft Copaco mit Monopol auf internationale Telefongespraeche wurde nach unserer Anlaufzeit etwas unruhig. Schliesslich sind internationale Gespraeche fuer diese Gesellschaft so etwas wie Kuehe - die goldene Eier legen, oder Huehner - welche goldene Kaelber bekommen.Wurscht, jedenfalls ein Garant fuer den groessten Extragewinn der Company.                                                         Nun glaube ich zwar nicht, dass diese Monopolgesellschaft schon angekratzt war durch den vergleichsweise geringen Minutenverlust , den wir ihr in jenen Zeiten mit unserem Verkaufsvolumen beibrachten. ( Wir hatten nach  1 1/2 Jahren c.a. 35 Cyberkabinen als Kunden, sowie einige Privatkunden und kleinere Firmen )                                              Jedoch haben wir alleine durch unsere Existens, sowie durch unsere Kommunikationspreise gezeigt, dass internationale Telefoniererei heutzutage nicht mehr so grausam teuer zu sein braucht. ( wir waren - und sind - zum Teil 10 Mal billiger als Copaco bei internationalen Gespraechen 

                                                                                             Copaco konnte bis dato den Paraguayos weissmachen, dass ein Gespraech ueber laengere Distanz teurer sein muss , als ein Gespraech in die nahe Region. ( wenn man mit den Auto weiter faehrt, steigen ja auch die Transportkosten - logisch, oder ?) Und diese Logik bekam nun einen gehoerigen Knacks.  

Wir waren also deren Freunde nicht, und in der Folge wollten sie uns ans Leder.  

  Rechtlich jedoch konnte Copaco nicht so recht was gegen uns erreichen, denn VoIP ist nun mal keine traditionelle Telefonie. Und der freie Gebrauch von  "Audiokonferenzen" per Internet ist im paraguayischen Kommunikationsgesetz garantiert.

Eine populistische Kampagne nach dem Motto " unterstuetzt die Copaco, damit sie auch weiterhin ihre hohen Preise fuer internationale Telefonate aufrechterhalten kann - wir wollen die Teuersten des Kontinents bleiben " haette wohl auch nicht die erhoffte Resonanz in der Bevoelkerung gefunden.

Also griffen die Copacisten im Fruehjehr 2007 in die technische Trickkiste, filterten still und heimlich aus dem Zugang zum internationalen Internet das VoIP- Traegerprotokoll      " SIP " heraus. ( Schliessung von Port 5060 ) und sperrten den Zugang zu unserer operativen Basis in Europa ( die entsprechende URL ). Bis vor einem Monat - Anfang Juni 2008

Dann wurde die VoIP-Blockade genauso still  und heimlich wieder aufgehoben. Denn inzwischen wehen andere politische Lueftchen in Paraguay und heutzutage muss Copaco um sein Monopol fuer den Anschluss ans internationale Internet bangen. ( Auch eine recht gute Einnahmequelle. Copaco hat Internetstream international en gros gekauft und an die diversen Provider weiterverhoeckert. Auf diesem Weg hat sich der Preis pro Mega Bandbreite verdreifacht ) Wir User koennen also hoffen, dass das Internet in Paraguay demnaechst sehr viel billiger wird , sobald dieses absurde Monopol gefallen ist.

Und der Gag zum Schluss : gerade habe ich erfahren, dass Copaco demnaechst VoIP anbieten will.                                                                                                        Gut so, sie sollen uns als normale Konkurrenz ( ohne Sonderkonzessionen) herzlich willkommen ( und gleichgueltig ) sein !

Mit den besten Zukunftswuenschen

Ihr

H. Kirschke